Wer will schon einen Diego oder Van der Vaart?

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden jetzt 90% der Bundesliga-Manager, die ja bekanntlich nichts besseres zu tun haben, als diesen Blog zu lesen, sagen:"Ich hätt gern noch einen!".

Und ich behaupte diese Manager täten sich mit der Verpflichtung eines solchen Künstlers langfristig keinen Gefallen. Klar, diese Sorte Spieler ist durchaus ín der Lage, kurzfristig für Erfolg und Begeisterung zu sorgen. Aber damit fangen schon die Probleme an. Denn bei den meisten Vereinen, die solche Spieler ihr Eigen nennen können, ist das Spiel der Mannschaft auch stark von der Form des Künstlers abhängig. Und wehe diese ist über einen längeren Zeitraum nicht da (sei aus Verletzung oder aus sonstigen Gründen). Oder fast genauso schlimm, der Rest der Mannschaft schiebt die Verantwortung auf den Künstler und übernimmt selber keine mehr (siehe Arsenal London in der Vergangenheit; da blühen seit Henrys Weggang die andern Spieler regelrecht auf)

Und selbst wenn die Form konstant stimmt, gibt es da noch die andere wichtige Problem-Quelle: Das Interesse anderer Vereine.

Die Fälle Van der Vaart und Klose zeigen eindeutig, dass es mit außergewöhnlichen Fußballern in deutschen Vereinen (bis auf den FCB) auf lange Sicht nur Probleme geben kann.

Denn wenn der Spieler nach langem Hick-Hack dann endlich weg ist, wird jeder seiner Nachfolger an ihm gemessen. Viele dieser Nachfolger scheitern dann an den zu hohen Erwartungen (siehe Steven Pienaar). Nur wenige Vereine haben es in der Vergangenheit geschafft, ohne Schaden aus solch einer Situation zu kommen.

Einzige Ausnahme bildet, zumindest in Deutschland, der FC Bayern München. Die sind nämlich als einzige in der Lage eine handvoll überdurchschnittlicher Spieler in ihren Reihen zu haben, so dass es nicht so schwer ins Gewicht fällt, wenn einer davon mal ausfällt oder einen schlechten Tag hat.

Aus den geschilderten Gründen prophezeie ich dem HSV und Werder Bremen eine ganz schwere nächste Saison. Denn sowohl Diego wie auch van der Vaart werden ihre Vereine (höchstwahrscheinlich) in der Sommerpause verlassen.

Für mich beantworte ich die eingangs gestellte Frage also folgendermaßen: Entweder einen Kader besitzen, der das Wegbrechen eines Top-Stars mit eigenen Mitteln auffangen kann (hierbei sei aber an die schlechte Saison 2006/2007 des FCB errinnert, die genau dies versucht haben und gescheitert sind).

Oder aber einen Kader besitzen, in dem alle ungefähr auf einem Niveau spielen. Ein Beispiel hierfür wäre Leverkusen oder Nürnberg letzte Saison.

Also, liebe mitlesenden Bundesliga-Manager, denkt nochma nach bevor ihr die Porto-Kasse öffnet, um einen Ronaldinho zu verpflichten....

Mit freundlichen Grüßen

Eure Stimme aus der Gosse

 

25.9.07 16:08

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